Diese Texte sind Bestandteil des Albums " Das Wesen", das am 26.02. 2021 erschienen ist.


Originaltexte und Anmerkungen zu den Liedern

Das Wesen


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21.04.2021

Frühstückstoast

Jeden Morgen bringt rot die Sonne
Für uns einen Frühstückstoast aus.
Das Glück läuft uns manchmal einfach über
Und aus der Kaffeekanne läuft der Kaffee aus.

Da geht’s der Kanne wie der Riesenregentonne,
Die sich mittags bis zum Rand auffüllt.
Und doch reicht keine Riesenregentonne
Bis der Regenwurm sich seinen Durst gestillt hat.

Am Nachmittag kriecht wieder mal
Ein altes Märchen rüber aus der Ecke.
Den sicheren Platz im kleinen Haus
Findt kurz darauf im Garten eine Schnecke.

Das Glück ist niemals einsam, wie ich war.
Und in der Nacht folgt endlich Schlaf.
Schön, bleibt mir da noch zu sagen,
Zwei Menschen sind immer noch ein Paar.

Tief im Winter, da schneid‘ ich dir
Ein Glitzerherz ins Weiß.
Das Glück rieselt langsam auf die Straße
Und auf unsre Teller rieselt jeden Sonntag Reis.

Da geht’s uns beiden wie dem Frühlingsduft,
Der im März um alle Häuser weht.
Und doch riecht das alles etwas besser,
Als was verschlossen auf dem Waschtisch steht.

Im Sommer laufen wir wie Kinderfüße
Barfuß durch das Gartengras.
Gelassen liegen wir im blauen Licht.
Der Sternenhimmel über uns erzählt uns was.

Unser Glück ist niemals einsam, wie ich war.
Und im Herbst folgt endlich Schlaf.
Schön, bleibt mir da noch zu sagen,
Zwei Menschen liegen Arm in Arm.



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Zu "Ex Uterus"

Ein Teil des Textes in "Ex Uterus" stammt aus dem Andernacher Liederbuch, eventuell von Johannes Tauler, um 1450.

"Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt einen Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.
Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,
danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn."

Zu "Hälfte des Lebens"

Ein Teil aus "Hälfte des Lebens" stammt von G. Thurmair, 1935

"Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh
mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.

Die Wege sind verlassen, und oft sind wir allein.
In diesen grauen Gassen will niemand bei uns sein.

Gar manche Wege führen aus dieser Welt hinaus.
O dass wir nicht verlieren den Weg zum Vaterhaus!"


Zu "Geduckter Riese"

ein Lied, meiner Großmutter gewidmet. Zur Familiengeschichte siehe: fobbe.info