Diese Texte sind Bestandteil des Albums " Das Wesen", das am 26.02. 2021 erschienen ist.


Originaltexte und Anmerkungen zu den Liedern

Das Wesen


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05.05.2021

Felix und Felicitas

Felix hat zwei Füße
Und die trugen ihn einst weit.
Felicitas hat Hände
Und die sind noch immer weich.

Felix ist ein Mensch,
Felicitas ist seine Frau.
Sie kennen sich schon lang
Und sie kennen sich genau.

Die Finger und die Zehen
Sind noch immer wo sie sollen.
Doch das Nähzeug taugt nichts mehr
Und ebenso die Fußballstollen.

Zwei Herzen schlagen links
und zwei Gedanken sind sich recht.
Sie leben so nah bei einander
und die Liebe ist noch echt.

Sie sehen wie zwei Menschen aus.
Sie haben Falten im Gesicht.
Das Leben spinnt die Fäden aus.
Doch ein Ende wolln sie nicht.

Hier sind zwei Menschen wie ich und du,
Die Lungen voller Luft.
Stehn wir auf, gehen wir zur Ruh,
Wenn uns noch Leben ruft?

Felix sitzt im Garten
Und Felicitas schaut zu.
Die Schwalben kommen wieder.
Komme ich, dann kommst auch du.

Felix ist ein Mann
Und das Glück ist noch mit ihm.
Und wenn sie schläft in seinem Arm,
Hält er sie warm und sie hält ihn.

Das Blut strömt durch die Adern,
Die Gedanken hängen fest.
In alten Zeiten lebten sie
So glücklich wie noch jetzt.

Zwei Herzen schlagen links
Und zwei Gedanken sind sich recht.
Sie leben so nah bei einander
Und die Liebe ist noch echt.



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Zu "Ex Uterus"

Ein Teil des Textes in "Ex Uterus" stammt aus dem Andernacher Liederbuch, eventuell von Johannes Tauler, um 1450.

"Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt einen Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.
Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,
danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn."

Zu "Hälfte des Lebens"

Ein Teil aus "Hälfte des Lebens" stammt von G. Thurmair, 1935

"Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh
mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.

Die Wege sind verlassen, und oft sind wir allein.
In diesen grauen Gassen will niemand bei uns sein.

Gar manche Wege führen aus dieser Welt hinaus.
O dass wir nicht verlieren den Weg zum Vaterhaus!"


Zu "Geduckter Riese"

ein Lied, meiner Großmutter gewidmet. Zur Familiengeschichte siehe: fobbe.info