Gedichte


Gelegenheit 1

Orte, Plätze, Straßen

Ziehen sich zusammen

Menschen sammeln sich

Zu einer großen vertanen Gelegenheit


Tausend kleine Punkte

Auf einer engen Bahn

Vor einem späten Blick zurück

Aufgereiht ins Nichts


Was alles ich war

Was alles ich tat

Und sah


Und um meine Enge

Lauter weite Dichte



Gelegenheit 2

das Gefühl,

Ich hätte an alle Enden der Welt

Ein Stückchen meiner Seele verkauft,

Ich hätte meine Seele verkauft

Für Bilder.


Es hängt so viel von mir,

So viel an Plätzen, Orten, Leuten,

Die ich nie mehr sehe.

Lose Fetzen, zerrissen und verkauft.


Auf Reisen sind unzählige

Einfach dort geblieben,

Wo mein Herz sich wohl gefühlt,

Und Mädchen haben noch

Ein Stück von mir,

Doch hab ich nichts von ihnen.


Und mir verbleibt ein kleiner Rest,

Der niemals reicht,

All das zu verstehen.



Angst

Durch das nasse, dicke Flechtwerk

Fächern lauter sich an leisen

Zitterhaaren fremde Sprecher.


Beißen die dir in die Seiten,

Wo es kitzelt.

In den Nacken,

Dass du aufzuckst.

In die Knie -


Dann, die Angst schiebt Klebepunkte

Aus dem Hirn in Atemlöcher,

poltert durch den Magen,

rieselt in die Beine.

Und eins hebt sich.

Und es kann nicht.

Zerrt weit von dir.

Nach du weißt nicht.

Nur noch fliehen.


Deine Stimme

Eingekleistert.

Deine Füße

Festgewachsen.

Zäh dein Willen.


- Und im Nebel

Kommt was näher.